Wir sind Tunesien

19. März 2015 | Geschrieben in News - (0 Comments)

Der unfassbare, von IS Terroristen verübte Anschlag auf das Bardo Museum mitten in Tunis hat uns wieder einmal mit der Realität konfrontiert. Wir müssen wachsam bleiben! Der IS mordet nicht nur in Syrien, im Irak, seine Satelliten masakrieren nicht nur in Nigeria, er ist überall. Paris und die bestialische Ermordung der Journalisten von Charlie Hebdo haben uns das überdeutlich gemacht. Wir können nicht unbeteiligt auf Tunesien zeigen und möglicherweise auch noch vorwurfsvoll konstatieren, dass hier 3000 junge Männer und Frauen in die Fänge des IS gelaufen sind. Natürlich hat eine so junge und so hart erarbeitete Demokratie ihre Probleme damit, all die Probleme in den Griff zu bekommen, die aus den Zeiten der Diktatur, aber auch aus der Zeit des Machtvakuums nach der Revolution entstanden sind. Wir dürfen das demokratische Tunesien nicht alleine lassen und dürfen nicht den arabischen Frühling schon wieder abschreiben, so als hätten wir es doch gewusst. Nichts wissen wir! Der islamistische Terror wütet auch bei uns. Die Salafisten rekrutieren auch in Deutschland und gerade in Wuppertal Mörder für den “Islamischen Staat”. Das Problem ist weder nur islamisch, noch nur nah östlich, maghrebinsch oder afrikanisch, es ist global. Es ist nicht auf Afghanistan, Pakistan, Syrien, Irak, Libyen, Nigeria, Mali, Ägypten und Tunesien lokalisiert, es ist allgegenwärtig, in Paris, in Kopenhagen, aber auch in Wuppertal. Deshalb sind wird nicht nur Charlie, sondern auch Tunesien. Die Demokratie, die Aufklärung, die Freiheit, die Emanzipation sind jedes mal das Anschlagsziel. Sie dürfen aber nicht das Opfer sein. Armut befördert das Problem Tunesien darf nicht das Opfer sein, dass nun leider den Anschlag nicht verhindern konnte und deshalb seine Touristen nicht beschützen kann. Djerba muss uns gelehrt haben, dass es falsch war, Tunesien nach dem Anschlag auf die Synagoge (touristisch) zu meiden und dem Land den Stempel des Aussätzigen aufzudrücken. Es ist nicht damit getan, Reisewarnungen auszusprechen, wir müssen mit aller Kraft im Land bleiben. Wir müssen tatkräftig mithelfen, die Armut im Lande zu bekämpfen. Denn der IS rekrutiert über “mildtätige Werke”.

Gerd Holl

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