Tunesien ist Hoffnung

15. Januar 2012 | Geschrieben in News - (0 Comments)

 

In Tunesien begann 2011 der “arabische Frühling” und Land erwachte. Innerhalb eines Jahres hatten freie Wahlen zur ‘Verfassungsgebenden Versammlung’ stattgefunden. Die Frauen und Männer Tunesiens hatten die Diktatur beeindruckend abgeschüttelt und stritten für die Ausgestaltung ihrer demokratischen Gesellschaft.

Dabei wollten und wollen wir helfen. Auf Initiative tunesischer Familien in Wuppertal – ihre Heimat liegt bei Tabarka – gründete sich im Herbst 2011 der “Verein zur Förderung der Städtefreundschaft zwischen Wuppertal und Tabarka und seinem Umland e.V.” mit dem Ziel, jenseits der offiziellen politischen Bemühungen das zivilgesellschaftliche Engagement in einer konkreten Region zu unterstützen.

Wir engagieren uns für den Aufbau demokratischer und zivilgesellschaftlicher Strukturen. Wir unterstützen die Erarbeitung nachhaltiger Entwicklungsperspektiven für Tabarka und sein Umland – die Kroumirie. Wir helfen, die Lebenssituation der verarmten Landbevölkerung zu verbessern. Wir leisten konkrete Hilfestellung zur Verbesserung der Infrastruktur in den Bereichen Bildung und Gesundheitswesen. Wir wollen den kulturellen Austausch fördern, indem wir Begegnungen zwischen den Menschen aus Tabarka und Wuppertal initiieren. Dafür werben wir Fördermittel und Spenden ein.

Wir sind glücklich, den steinigen und konfliktbeladenen Weg zur endlich im Januar 2014 verabschiedeten tunesischen Verfassung mit Bangen und Hoffen, mit Zuversicht und Engagement begleitet zu haben: 2011 besuchte im Sommer eine spontane Delegation  Tabarka, im Herbst wurde bei einem weiteren Besuch der Kontakt zum Partnerverein ADAK bestärkt; im Sommer 2012 war der ADAK Vorstand eine Woche zu Gast in Wuppertal, mehrere Projekte zur nachhaltigen Entwicklung der Region wurden in Zusammenarbeit mit dem CSCP weiter entwickelt; im Herbst 2012 besuchte eine 20 köpfige Reisegruppe Tabarka und konnte herzlich die Entwicklung diskutieren, im Dezember 2012 waren 15 Jugendliche aus Tabarka zu Gast und knüpften die Kontakte, die im März 2013 zu Gegenbesuch einer Gruppe junger WuppertalerInnen nach Tabarka führte; in der Zwischenzeit waren dem Tabarka e.V. zwei Krankenwagen gespendet worden, die mit viel uneigennützigem Engagement ehrenamtlich fit gemacht wurden für ihren dauerhaften Einsatz in Tabarka; die Fahrzeuge wurden Ostern 2013 von Vorstandmitgliedern persönlich nach Tunesien überführt; das Projekt “pure nature” wird weiter begleitet und unterstützt, der Verein stößt 2013 die Teilnahme am Projekt “50 kommunale Klimapartnerschaften” zwischen Wuppertal und Tabarka an und bereitet eine “musikalische Offensive” zum legendären Jazzfestival in Tabarka mit Wuppertaler KünstlerInnen vor. Drei Tage vor der Verabschiedung der Verfassung besuchte der tunesische Konsul – der Bruder des Staatspräsidenten – Wuppertal und war Gesprächspartner des Vereins. Ostern 2014 machten sich Dietmar Bell und Michael Stodieck auf nach  Tabarka und konnten in vielen Begegnungen mit den Freundinnen und Freunden von ADAK, aber auch mit der neuen Verwaltungsspitze der Kommune und der Region Zukunftpläne schmieden…

Auf der Mitgliederversammlung des “Tabarka e.V.” im März 2014 konnten wir durch die eindrucksvolle politikwissenschaftliche Analyse von Frau Professorin Dr. Gabriele Wilde, Uni Münster und Vereinsmitglied, das Ringen Tunesiens um eine wirklich demokratische Verfassung nachvollziehen. Die Revolution war erfolgreich, das Land hat eine vorbildliche Verfassung, die allen europäischen Erwartungen standhält… und wir können entspannt an der konkreten Umsetzung mitwirken… auch schon ein bisschen mit Stolz!

Mai 2014, Gerd Holl

 

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