Tunesien schmeckt.

Tunesien kennen wir aus dem Geschichtsunterricht als die “Kornkammer des römischen Reiches”. Diesem Ruf ist das Land auch heute noch treu: Fruchtbares Ackerland, gute klimatische Bedingungen an den Hängen des Atlasgebirges; die Verbindung von mediterranem und gemäßigtem Klima schaffen beste Bedingungen für beste landwirtschaftliche Produkte.

Unter der habgierigen und respektlosen Despotie des Ben Ali Clans ist soviel Land verkommen, dass die eigene Bevölkerung oft nicht mehr von den Erträgen satt werden konnte. Erst eine halbherzige Landreform in den vergangenen Jahren ließ so etwas wie Privatinitiative wieder zu und ermöglichte in begrenztem Maße eine verantwortliche Bewirtschaftung des Landes. Leider scheitert der Export der hervorragenden Produkte – oft aus nachhaltig-biologischem Anbau – an den rigiden Einfuhrbestimmungen der EU. Ein neuerlicher italienischer Olivenölskandal ist für die Reputation der tunesischen Produkte verheerend.

Trotzdem, manchmal tauchen sie auf, die Produkte aus Tunesien, mindestens Harissa vom Cap Bon ist bei uns bekannt und auch die Datteln tragen oft das Label ‘Origin de Tunesie’.entnommen aus:http://www.abendblatt.de/multimedia/archive/00923/tunesien3_HA_Vermis_923595b.jpg

Und eine kultivierte Landwirtschaft bringt auch eine ebenso kultivierte Küche mit sich. Dazu kommt, dass Tunesien oft ein Schmelztiegel aller Mittelmeerländer war, die aus Cordoba vertriebenen Araber waren nicht die ersten und auch nicht die letzten Flüchtlinge, die das Land mit ihren kulturellen Schätzen bereichert haben. Entsprechend schmeckt das Land – und über allem liegt oft ein Hauch Jasmin.

Hier werden wir in lockerer Folge und nach Lust & Laune immer mal wieder tunesische Rezepte und lukullische Appetithäppchen einfügen.

Tomatensalat aus Tozeur.

Im Süden Tunesiens bereitet man gerne diesen erfrischenden Salat zu. Es müssen aber keine 40°C herrschen, damit dieser Salat seine Wirkung entfaltet; zu Silvester als Vorspeise zu einem Glas Champagner machte er Appetit auf mehr:

500g – 800g Tomaten
150g grüne oder rote Paprika (die langen)
1 Dose Thunfisch
4 Knoblauchzehen
100 ml Olivenöl
1/2 Zitrone
Salz, ggf. Harissa
Oliven zum Garnieren

Dabei kommt es nicht so sehr auf das genaue Mengenverhältnis an. Wichtig ist, dass die Gemüse klein gewürfelt werden (bei den Paprika die Kerne entfernen), der zerbröselte Thunfisch und der passierte Knoblauch mit dem Olivenöl untergemischt werden und alles mit der Rückseite eines Esslöffels zerdrückt wird. Anschließend Salz, Harissa (Vorsicht!) und den Saft der Zitrone unterrühren, abschmecken und gekühlt mit  Oliven auf  einem Teller anrichten.
Guten Appetit wünscht Gerd Holl

Das Rezept fand ich  in einer Veröffentlichung der Deutsch-Tunesischen Industrie- Handelskammer.