Oktober 2012  Aus Tabarka wurden mehrere Projekte aus den Bereichen Ökotourismus und nachhaltiger Landwirtschaft vorgeschlagen. Sie wurden beim Besuch der ADAK-Delegation im Juli dem CSCP vorgestellt. Das UN-Institut bat den “tabarka e.V.” Vorstand, förderwürdige Projekte  im Rahmen der Bildungsreise nach Tabarka genauer unter die Lupe zu nehmen, um über die “Papierform” hinaus eine Einschätzung der Realisierbarkeit und der Erfolgsaussichten zu bekommen. Deshalb stellten sich an einem Vormittag während der Besuchswoche in Tunesien die AntragstellerInnen von vier ausgewählten Projekte in der Geschäftsstelle des “ADAK” den kritischen Fragen der Wuppertaler. Als vielversprechend konnten letztlich drei Vorhaben mit den CSCP MitarbeiterInnen diskutiert werden: ein Naherholungsprojekt in den Wäldern oberhalb der Bucht von Tabarka, eine Firma, die sich auf die Destillation von kosmetisch und medizinisch hochwirksamen Essenzen aus traditionellen Pflanzen der Region spezialisiert hat und der Aufbau eines Kaninchenzuchtbetriebes auf rein biologischer Basis.

ADAK in Wuppertal im Juli 2012

Juli 6th, 2012 | Posted by Holl in News - (0 Comments)

 

Die Freundinnen und Freunde aus Tabarka erwartete eine arbeits- und ereignisreiche Woche in Wuppertal. Das Programm war gründlich vorbereitet und dicht gepackt. Dabei wechselten Arbeitstermine und “sightseeing” fast fließend. Selbst in “trauter Runde” wurde diskutiert und geplant.

Zunächst einmal schämten sich die Wuppertaler ihres bescheidenen Wetters und wunderten sich nicht schlecht über die Dankbarkeit der tunesischen Freunde für die Kühle, die “Humiditée” bei ihrer Ankunft; sie hatten Tunis bei 46°C am Morgen verlassen, selbst die Nacht hatte keine Abkühlung gebracht und bei 38°C schläft man nicht gut.
Auf der Stadtrundfahrt blieb man eigentlich am Tölleturm hängen, so sehr wurden Luft und  Aussicht genossen und unsere Planung orientalisch entschleunigt. Gut so, denn am Abend waren wir auf der “Belle Etage” des Sparkassenhochhauses zum Abendessen geladen. Das Modell “Sparkasse” wurde der tunesischen Delegation sehr anschaulich vom Hausherrn dargestellt: Getragen von den Menschen der Region, ihrer Arbeit und ihren Ersparnissen leisten Sparkassen in der globalisierten Finanzwelt den Bezug zur Region und unterstützen direkt deren Entwicklung. Sie sind ein Stabilitätsfaktor, der im wahrsten Sinne des Wortes “die Bodenhaftung nicht verliert”. Mit diesen Eigenschaften können besonders Sparkassen die treibende Kraft bei der Entwicklung einer Region mit ihren vielen kleinen und mittleren Betrieben sein.

Der Dienstag begann mit dem offiziellen Empfang durch die Stadt Wuppertal.

Wuppertaler Rundschau 26.07.12

Die materielle Not hat sich für viele Familien in der Region nach dem sehr harten Winter zusätzlich verschlimmert. Der Vorstand von ADAK ist mit der dringenden Bitte an uns herangetreten, besonders in Not geratenen Kindern durch die Übernahme einer Patenschaft zu helfen. Latifa hat uns die Situation wie folgt beschrieben:

“In my message I enclosed the list of the pupils who will benefit from the donnations. We have chosen them with the cooperation of headmasters of primary schools in tabarka and Aindraham. They are excellent needy children who need our support and help. Most of them are orphans or belonging to very needy families. We wish throw this donnation we give them more hope and some lights in their life and show them that there are people whether ouside (in Wuppertal) or inside Tunisia who think about them and want to give them hand. Sorry for answering about this project a bit late. […]Hope to see you soon and talk to you soon. Yours Latifa

Der Vorstand von ADAK hat uns eine Liste mit Namen zukommen lassen. Wer helfen möchte, möge sich bitte mit uns in Verbindung setzen. Mit 25 Euro pro Monat lässt sich viel erreichen.

Unser Partnerverein: ADAK –

Februar 3rd, 2012 | Posted by Holl in News - (0 Comments)

Einer der wichtigsten Gründe, mit Tabarka in Verbindung zu treten, ist die Tatsache, dass sich dort sofort nach der Revolution engagierte Frauen und Männer – hauptsächlich LehrerInnen und ÄrztInnen – zusammengeschlossen haben, mit dem Ziel, unabhängig von der noch unbekannten administrativen und politischen Form der Stadtverwaltung, die Entwicklung der Stadt und ihres Einzugsbereiches in die Hände zu nehmen. Sie gaben sich dazu eine Vereinsform und wählten den stolzen Namen “Association pour le Développement d’Amal pour la Kroumirie”, frei übersetzt etwa “Verein zur Entwicklung von Hoffnung für die Kroumirie”. Amal ist das arabische Wort für Hoffnung; die Kroumirie ist das Hinterland Tabarkas. Über diese “NGO” (non government organisation) ist es möglich, auf zivilgesellschaftlicher Ebene und unabhängig von politischer Einflussnahme, demokratische Strukturen zu stärken, Bürgerwillen zu stützen und konkret und wirksam, Hilfe zu organisieren. Die Menschen im “ADAK” wissen, wo die Probleme liegen, sie arbeiten in den ausgeraubten Krankenhäusern und den kaputten Schulen.

Wie können wir gemeinsam mit unseren tunesischen Freunden, Projekte auf den Weg bringen, die helfen, die Armut zu bekämpfen und eine nachhaltige Entwicklung anzustoßen?
Um diese Frage beantworten zu können, haben wir uns in den letzten Monaten intensiv die unterschiedlichsten Förderkulissen angesehen und mit den zuständigen Stellen Kontakt aufgenommen. Und da ist aktuell viel möglich. Angefangen vom Programm der Europäischen Union, das ein Volumen von gesamt 110 Mio. € umfasst, bis hin zu kleinteiligen Programmen, die kommunale Entwicklungspartnerschaften fördern sollen: Ein bunter Strauß an Möglichkeiten der zurzeit vorhanden ist – viele Fördergeber stehen bereit, die zarte demokratische Pflanze in Tunesien zu stützen.
In den meisten Projekten wird eine Zusammenarbeit unterschiedlicher Netzwerkpartner notwendig werden, um erfolgreich Mittel einwerben zu können. In Wuppertal hat es hierzu bereits Gespräche gegeben, die vielversprechend sind. So ist mit „Arbeit und Leben“ eine Interessenbekundung für ein Jugendprojekt auf den Weg gebracht worden, bei dem es um einen gegenseitigen Austausch und um Etablierung nachhaltiger gemeinsamer Internetplattformen geht. Hier hoffen wir auf eine Entscheidung in naher Zukunft, ob wir mit der Arbeit beginnen können.
Alle diese möglichen Förderkulissen sind Anfang Januar mit den tunesischen Freunden in Tabarka diskutiert worden – für unsere Partner ganz neue Wege, auf die sie sich einlassen sollen und müssen. Jetzt müssen die Projekte, mit denen wir uns bewerben wollen, konkretisiert werden; viel Arbeit – aber auch große Chancen für eine nachhaltige Weiterentwicklung Nordtunesiens.

Dietmar Bell

 

Tunesien ist Hoffnung

Januar 15th, 2012 | Posted by Holl in News - (0 Comments)

 

In Tunesien begann 2011 der “arabische Frühling” und Land erwachte. Innerhalb eines Jahres hatten freie Wahlen zur ‘Verfassungsgebenden Versammlung’ stattgefunden. Die Frauen und Männer Tunesiens hatten die Diktatur beeindruckend abgeschüttelt und stritten für die Ausgestaltung ihrer demokratischen Gesellschaft.

Dabei wollten und wollen wir helfen. Auf Initiative tunesischer Familien in Wuppertal – ihre Heimat liegt bei Tabarka – gründete sich im Herbst 2011 der “Verein zur Förderung der Städtefreundschaft zwischen Wuppertal und Tabarka und seinem Umland e.V.” mit dem Ziel, jenseits der offiziellen politischen Bemühungen das zivilgesellschaftliche Engagement in einer konkreten Region zu unterstützen.

Wir engagieren uns für den Aufbau demokratischer und zivilgesellschaftlicher Strukturen. Wir unterstützen die Erarbeitung nachhaltiger Entwicklungsperspektiven für Tabarka und sein Umland – die Kroumirie. Wir helfen, die Lebenssituation der verarmten Landbevölkerung zu verbessern. Wir leisten konkrete Hilfestellung zur Verbesserung der Infrastruktur in den Bereichen Bildung und Gesundheitswesen. Wir wollen den kulturellen Austausch fördern, indem wir Begegnungen zwischen den Menschen aus Tabarka und Wuppertal initiieren. Dafür werben wir Fördermittel und Spenden ein.

Wir sind glücklich, den steinigen und konfliktbeladenen Weg zur endlich im Januar 2014 verabschiedeten tunesischen Verfassung mit Bangen und Hoffen, mit Zuversicht und Engagement begleitet zu haben: 2011 besuchte im Sommer eine spontane Delegation  Tabarka, im Herbst wurde bei einem weiteren Besuch der Kontakt zum Partnerverein ADAK bestärkt; im Sommer 2012 war der ADAK Vorstand eine Woche zu Gast in Wuppertal, mehrere Projekte zur nachhaltigen Entwicklung der Region wurden in Zusammenarbeit mit dem CSCP weiter entwickelt; im Herbst 2012 besuchte eine 20 köpfige Reisegruppe Tabarka und konnte herzlich die Entwicklung diskutieren, im Dezember 2012 waren 15 Jugendliche aus Tabarka zu Gast und knüpften die Kontakte, die im März 2013 zu Gegenbesuch einer Gruppe junger WuppertalerInnen nach Tabarka führte; in der Zwischenzeit waren dem Tabarka e.V. zwei Krankenwagen gespendet worden, die mit viel uneigennützigem Engagement ehrenamtlich fit gemacht wurden für ihren dauerhaften Einsatz in Tabarka; die Fahrzeuge wurden Ostern 2013 von Vorstandmitgliedern persönlich nach Tunesien überführt; das Projekt “pure nature” wird weiter begleitet und unterstützt, der Verein stößt 2013 die Teilnahme am Projekt “50 kommunale Klimapartnerschaften” zwischen Wuppertal und Tabarka an und bereitet eine “musikalische Offensive” zum legendären Jazzfestival in Tabarka mit Wuppertaler KünstlerInnen vor. Drei Tage vor der Verabschiedung der Verfassung besuchte der tunesische Konsul – der Bruder des Staatspräsidenten – Wuppertal und war Gesprächspartner des Vereins. Ostern 2014 machten sich Dietmar Bell und Michael Stodieck auf nach  Tabarka und konnten in vielen Begegnungen mit den Freundinnen und Freunden von ADAK, aber auch mit der neuen Verwaltungsspitze der Kommune und der Region Zukunftpläne schmieden…

Auf der Mitgliederversammlung des “Tabarka e.V.” im März 2014 konnten wir durch die eindrucksvolle politikwissenschaftliche Analyse von Frau Professorin Dr. Gabriele Wilde, Uni Münster und Vereinsmitglied, das Ringen Tunesiens um eine wirklich demokratische Verfassung nachvollziehen. Die Revolution war erfolgreich, das Land hat eine vorbildliche Verfassung, die allen europäischen Erwartungen standhält… und wir können entspannt an der konkreten Umsetzung mitwirken… auch schon ein bisschen mit Stolz!

Mai 2014, Gerd Holl